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Anstrichschäden (Beschichtungsschäden)
Sammelbezeichnung für unerwünschte Erscheinungen an Anstrichen bzw. Beschichtungen jeder Art, unabhängig von Ursachen und Auswirkungen.

Die Schäden lassen sich in folgende Gruppen einteilen:

1- Schäden, die durch unsachgemäẞe Zusammensetzung der Anstrichstoffe bedingt sind;
2- Schäden infolge Verwendung von für den Zweck ungeeigneten Anstrichstoffen;
3- Schäden durch unsachgemäẞe Anstrichausführung (falschen Anstrichaufbau) - also vom Verarbeiter begangene "Anstrichfehler";
4- Schäden, die sich durch Einwirkungen aus dem Untergrund ergeben;
5- Schäden auf Grund von atmosphärischen, chemischen und physikalischen Einwirkungen sowie Anstrichalterung (meist vorhersehbare!).

Ausserdem können Untergrundmängel in Form von Rissen und Pilzbefall auf Putz und Holz, Rostbildung auf Metall und dgl. sich auf den Anstrich übertragen und damit zu Filmschäden führen.

Dem zeitlichen Ablauf bei der Verarbeitung nach sind zu unterscheiden:
- Fehler, die während der Verarbeitung am Anstrich oder Anstrichobjekt auftreten - z. B. schlechter Verlauf;
- Fehler, die kurz nach der Verarbeitung auftreten - z.B. Ausschwimmen, Läufer;
- Schäden, die einige Zeit nach der Verarbeitung auftreten - z.B. Kreiden, Riẞbildung. Abplatzen, Zersetzung von Dämmstoffen

Anstrichstoffe können bereits vor der Verarbeitung Mängel oder Fehler aufweisen - z.B. Bodensatz, Eindicken, Entmischung, Gelatinierung, Hautbildung, Trübungen -, die im Anstrich zwangsläufig zu Schäden führen, wenn man sie nicht vor der Verarbeitung beseitigt. Doch ist die Beseitigung solcher Erscheinungen oft nur dem Anstrichstoffhersteller möglich.

Anstrichschäden sind nicht in jedem Fall vermeidbar. Maler und Lackierer können aber vorbeugend wirken, indem sie der Vorbereitung der Anstrichuntergründe besondere Aufmerksamkeit widmen. Festgestellte Mängel des Untergrundes, die er nicht selbst beseitigen kann, muss der Maler dem Auftraggeber melden (Prüfpflicht).

Zur Beseitigung der nicht zu beanstandenden Untergrundmängel gehören die folgenden Leistungen, die auch stets in den Leistungsbeschreibungen aufgeführt sind:
- Entfernen von Altbeschichtungen, soweit erforderlich;
- Beseitigen von arteigenen und artfremden Stoffen, wie Rost, Fett, Staub, ausblühenden Salzen (soweit dem Maler möglich), Feuchtigkeit (und darin gelösten Stoffen) oder ausschwitzenden Harzen bei Nadelhölzern;
- Neutralisieren von sauer oder alkalisch reagierenden Untergründen durch Lösungen bestimmter Chemikalien (bei Alkalien z.B. durch Fluate bzw. Ersatzstoffe);
- Absperren von nicht entfernbaren anstrichschädlichen Stoffen im Untergrund, wie Bitumina oder Farbstoffen, durch Aufbringen sperrender Trennschichten;
- Spezialarbeiten, wie z. B. das Auftragen haftungsvermittelnder Grundanstriche oder als vorbeugender Schutz gegen Pilze und Insekten dienender Grundiermittel.
Foto: manuta/Adobe Stock
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