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Prüfverfahren
Alle Verfahren, die zur Qualitätssicherung oder Entwicklung von Beschichtungsstoffen dienen, sollen hier als Übersicht dargestellt werden. Ebenso die Prüfmethoden, die der Anwender an der Baustelle ohne großen Aufwand selbst durchführen kann, sowohl am Objekt als auch im Gebinde.

A. Rohstoffprüfungen: Zur Ermittlung bestimmter Kennzahlen bei der Eingangsprüfung von Rohstoffen (Bindemittel, Lösemittel, Pigmente) werden chemisch und physikalisch Prüfverfahren verwendet.

1. Chemische Verfahren: Festkörper, Flammpunkt, Gaschromatografie, Jodzahl, Säurezahl, Siedeanalysen;

2. Physikalische Verfahren: Brechzahl, Farbmessung, Kornfeinheit, Siebanalysen.

B. Prüfungen der flüssigen Beschichtung:

1. Kennzahlen: Dichte (Pyknometer), Kornfeinheit (Grindometer), Viskosität (Auslaufbecher, Viskosimeter).

2. Verarbeitungseigenschaften: Deck- und Füllvermögen, Ergiebigkeit, Fließverhalten (Rheologie), Nass- und Trocken-schichtdicke (Schichtdickenmessung), Verarbeitbarkeit mit verschiedenen Applikationsverfahren, Verlauf, Verarbeitungsviskosität.

3. Langzeitprüfungen der Beschichtungsstoffe: Ausfällungen, Bodensatz, Farbtonbeständigkeit, Hautbildung, Lagerstabilität (Eindicken, Verflüssigung).

C. Prüfungen der Filmeigenschaften und Beanspruchungen:

1. Sofortprüfungen: Abrieb (Abriebfestigkeitprüfungen, Kugelstrahlprüfung), Scheuerbeständigkeit (DIN EN 13300), Blocken (Druckbelastung), Deckvermögen (Vergleich auf Kontrastkarten, Bestimmung des Kontrastverhältnisses), Elastizität (Dornbiegetest, Erichsentiefung, Kugelstrahlprüfung), Farbton (Farbmessung, Vergleichsaufsstriche), Glanz (visuelle Prüfung, Glanzmessgeräte), Haftvermögen, Härte (Elastizität, Abreißprobe, Eindringhärteprüfungen, Gitterschnittprüfung, Kratzfestigkeit, Pendelhärte), Schleifbarkeit (mit Schleifmitteln), Schichtdickenmessung, Trocknung (nach DIN 53150, DIN EN ISO 1517), Überarbeitbarkeit (Überlackierbarkeit DIN 53221), Vergilben (Farbmessgerät, Gilbungsskala), Wasserdampfdurchlässigkeit (spez. Methoden nach DINEN ISO 7783-2).

2. Kurzprüfungen: Chemikalienbeständigkeit (Tauchbäder), Korrosionsprüfungen (Kesternichtest, Salzsprühtest, Schwitzwassertest), Kurzbewitterung (Cold-Check-Test, Schwitzwassertest, Xeno-Test).

3. Langzeitbewitterungen (Bewitterungsstand): Prüfungen auf Blasenbildung, Glanz, Haftung, Kreiden, Korrosion, Lichtbeständigkeit.

D. Prüfvorschriften

1. Vorschriften TL 918300 der Deutschen Bundesbahn.

2. Prüfung des Untergrundes für Beschichtungen und Tapezierarbeiten im BFS Merkblatt Nr. 20 (Holzuntergründe, mineralische Untergründe, Sichtmauerwerk, Wandbauplatten, metallische Untergründe, Kunststoffe).

3. Anforderungen an den Maler und Lackierer nach VOBTeil C/ATV 1 Maler- und Lackierarbeiten (3. 1. 1.), DIN 18633.

E. Prüfinstitute für Fremdüberwachungen (zur Erzielung von Gütezeichen oder Übereinstimmungszeichen):

- Institut für Fenstertechnik e. V., Theodor-Gietl-Straẞe 9, 83026 Rosenheim.

- Deutsches Institut für Bautechnik, Kolonnenstr. 30 L, 10829 Berlin (Überwachungszeichen).

- Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Unter den Eichen 87, 12205 Berlin.

- Amtliche Forschungs- und MPA (FMPA) für das Bauwesen, Fachgruppe Anstriche, Stuttgart.

- Alle Materialprüfungsanstalten (MPA) der einzelnen Bundesländer.

- Alle schweiẞtechnischen Lehr- und Versuchanstalten (SLV) in den einzelnen Bundesländern (Schweißprimer).

- Materialprüfinstitut der TU in München.

- PILF, Prüfinstitut Lacke Farben, Dipl.-Ing. Günther Kienitz, 50935 Köln-Lindenthal, Lindauerstr. 13.

- RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V., Siegburger Str. 39, D-53757 St. Augustin.

F. Allg. zumutbare Prüfungen:

1. Im Gebinde: Bodensatz, Konsistenz, Hautbildung, (Rührholzprobe), Geruch.

2. Am Untergrund:

a) Augenschein: abplatzende/kreidende Beschichtungen, Abdichtungen, Ausblühungen, Feuchtigkeit, Holzschäden, Moos- und Pilzbefall, Korrosion, Rissbildung, p-Toluolsulfonsäuresandende Untergründe, Verfärbungen, Verglasung, Verschmutzungen (s. a. BFS Merkblatt Nr. 20).

b) Mechanische Prüfungen: Kratzprobe für Festigkeit einesUntergrunds bzw. einer Beschichtung (Gitterschnittprüfung, Klebebandprüfung), Benetzungsprobe mit Wasser zur Erkennung feinster Risse bzw. Saugfähigkeit des Untergrunds (BFS-Merkblatt Nr. 20).

c) Zum Augenschein gehört heute auch das immer mehrgeforderte Lesen von Vorschriften, Sicherheitsdatenblättern, Richtlinien, Verboten, Gesetzen usw.).

3. Feuchtigkeitsprüfungen: Messung der Feuchte mitFeuchtigkeitsmessgeräten.

4. Verschiedene Prüfungen: Alkalität mit pH-Papier.

5. BFS-Merkblatt Nr. 20 (s. D3).

6. VOB Teil C, DIN 18633 (s. D4).
Foto: manuta/Adobe Stock
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