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Die Abkürzung EPD steht für Environmental Product Declaration, was auf deutsch Umwelt-Produktdeklaration heißt. Wissenswertes zu EPD gibt es im Mappe Blog.

Was ist eine EPD? Die Abkürzung EPD steht für Environmental Product Declaration, was auf deutsch Umwelt-Produktdeklaration heißt. Es handelt sich dabei um eine Typ-III-Umweltdeklaration, die quantifizierte umweltbezogene Informationen aus dem Lebensweg eines Produkts oder einer Dienstleistung angibt. Welches Ziel haben EPDs? EPDs stellen die Nachhaltigkeit von Baustoffen dar und schaffen Transparenz. Dies soll helfen, die Nachhaltigkeit ganzer Gebäude zu bewerten: Im Baukastensystem kann aus Deklarationen einzelner Bauprodukte die ökologische Bewertung eines ganzen Bauwerks entstehen. Zudem ermöglichen sie Vergleiche zwischen Produkten oder Dienstleistungen gleicher Funktion bereits in der Planungsphase. Außerdem helfen sie, die Umwelteigenschaften eines Produkts im Marketing oder im Verkauf darzustellen. An wen richten sich EPDs? Die ISO-Typ-III-Deklaration wendet sich an viele Adressaten: Planer, Architekten, Bauunternehmen, immobiliengesellschaften, Facility Manager und natürlich an Unternehmen, die mit Herstellung und Dienstleistungen an der Wertschöpfungskette von den Rohstoffen bis zum Gebäude beteiligt sind. Somit sind EPDs auch für Sie als Maler interessant. Welche Informationen beinhaltet eine EPD? Eine EPD enthält Informationen zu allen umweltrelevanten Eigenschaften eines Bauprodukts. Und das über den gesamten Entstehungs- und Anwendungsprozess hinweg, also von der Herstellung bis zum Einbau. Auch die Lebensdauer des Gebäudes, Bau- und Nutzungsphase mit möglichen Umnutzungen sowie Abriss und Entsorgung werden berücksichtigt. Im Abschnitt „Sachbilanz“ enthält die EPD Informationen zum Ressourcenverbrauch, z. B. von Energie, Wasser und erneuerbare Ressourcen. Auch die Emissionen in Luft, Wasser und Boden werden hier erfasst. Der Abschnitt „Wirkungsabschätzung“ baut auf den Ergebnissen der Sachbilanz auf und gibt konkrete Umweltauswirkungen an. Hier wird u. a. erfasst, inwiefern ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Produktes im Gebäudenötig sind, wie z. B. Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft. Zusätzlich können weitere Angaben zu Indikatoren (z. B. zu Art und Menge des produzierten Abfalls), Umweltthemen (z.B. Gefahren und Risiken für die menschliche Gesundheit) und/oder zu Verwendung, Funktion und Leistungsfähigkeit eines Produkts erfasst werden. Welche Geltung haben EPDs? EPDs sind international gültig und neutral. Sie fußen auf unabhängig überprüften Daten aus Ökobilanzen, Sachbilanzen oder Informationsmodulen, welche mit der Normenreihe ISO 14040 konform sind. Somit können sie als Datengrundlage für die Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden dienen. Wer vergibt EPDs? Das Konzept der EPD wurde federführend vom Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) entwickelt. Es vergibt und veröffentlicht EPDs für den Bausektor in Deutschland.

Epochenübergreifende Gestaltung in Lahr
»Welcher Stil passt zu mir…?« Dies wird sich manch angehender Gestalter der Malerfachschule Lahr gefragt haben, als er sich mit der Gestalterarbeit 2017 auseinandersetzte. »Stilepochen: Von der Renaissance zur Moderne« lautete des Thema. Gewählt haben die FachschülerInnen Jahrhunderte übergreifende Epochen Renaissance, Barock, Klassizismus, Historismus, Jugendstil, Bauhaus und PopArt der 60er Jahre, zu denen sie ein stiltypisches Erscheinungsbild mit durchgehender und typografischer Gestaltungslinie entwickeln sollten. Zum Aufgabenspektrum gehörte außerdem die exemplarische werktechnische Umsetzung in maler- und lackiertypischen Werktechniken auf Alu-Tafeln in den Abmessungen 50 x 150 cm sowie eine Dokumentation und Präsentation der Arbeiten. In der Aula der Badischen Malerfachschule Lahr sind neben diesen Arbeiten außerdem Fassadenentwürfe mit Originalbemusterungen sowie typische Fundstücke der Stilepochen von Musikinstrumenten bis zu Materialproben zu besichtigen.  [tttgallery template="content-slider"] Das Projekt von A bis Z Die FachschülerInnen hatten die Aufgabe, innerhalb einer Eigenwerbung eine gestaltungstechnische Referenzarbeit im Thema der Stilepochen zu erstellen. Zu den Anforderungen zählten die Entwicklung eines Konzepts mit Name, Wort- und Wort-/Bildmarke sowie die gestaltungstechnische Umsetzung und Präsentation der Referenzarbeit in der Aula bestehend aus vier Tafeln und einer Vitrine. Die vier Tafel setzen sich zusammen aus einer Typo-Tafel in Lacktechniken mit Details zur Epoche und Persönlichkeiten, einer Architekturtafel in Malertechniken mit stiltypischen Ornamenten und Blattmetallauflagen, einer Technik-Tafel in Lacktechniken mit Ausschnitten aus technischen Erfindungen und abschließend einer Farbe-und-Fund-Tafel, die mit Fassadenentwürfen, Originalfarbmustern nach Farbenherstellern und Nachmischungen, stiltypischen Objekten und Fundstücken bestückt werden sollte. Zum Abschluss des Projekts sollten die GestalterInnen eine printtechnische Dokumentation in einer Mappe sowie eine digitale, themenbezogene Präsentation ausarbeiten. Nach Beendigung des Projekts führte die Fachschule für Gestaltung Lahr Interviews mit zwei der beteiligten Fachschüler. Eine Malerin über den Klassizismus. Barbara Rößling im Interview  1. Warum haben Sie die Epoche Klassizismus ausgewählt? B. Rößling: Schiller, Goethe, Beethoven und Mozart prägten zum einen den Klassizismus und zum anderen die heutige Zeit. Da stand meine Wahl schnell fest, dass der Klassizismus für die Gestalterarbeit genau zu mir passt. Es gibt verschiedene Zeitzonen im Klassizismus, die ihn so faszinierend machen. Auch dass er Bezug nIMMt auf die Antike. Für den Bereich des Malers war dies zusätzlich eine neue Herausforderung: der Stuck an Wänden und Decken, die Farbgebung, die zuerst dominante Farben, später helle und graue Farben hervorbrachte. Der Biedermeier entstand im späten Klassizismus und ist bis heute beliebt und IMMer noch im Trend. Eine Stilepoche eben, die bis heute das Berufsbild des Malers prägt. 2. Was war bei der Gestalterarbeit eine besondere Herausforderung? B. Rößling: Hier war die Kür das Zeitmanagement einzuhalten. Der gesetzte Stichtag wurde genannt und musste dann in einem gewissen zeitlichen Rahmen erreicht werden. Wie das gemacht wird, ist einem selbst überlassen. Und genau das ist die Herausforderung, sich selbst einen Plan zu machen, was alles in der vorgegebenen Zeit zu erledigen ist. Denn man wächst genau durch solche Situationen. Ich selber war froh drum, das dies genauso war und nicht anders. 3. Sie haben auch einen Abschluss als Maler-Meisterin gemacht. Was war dort die größte Herausforderung? B. Rößling: Die große Herausforderung beim Meister war der Anfang. Es musste alles unter einen Hut gebracht werden. Kinder, Wohnung in Lahr, das Leben zu Hause und die Weiterbildung. Ich musste mich erst wieder auf den Schulalltag einstellen und das Lernen lernen. 4. Was war der größte Stolperstein, den Sie überwinden mussten? B. Rößling: Ein großer Stolperstein war die eigene Motivation nach dem Abschluss des Meisters zu finden. Durch die Sommerferien fällt man hier in ein kleines Tief, das zu überwinden ist. Dann muss gleichzeitig eine Weiterentwicklung stattfinden. Denn der Meisterunterricht im Vergleich zum Gestalterunterricht ist ein anderer und ist anders aufgebaut. Bei dem Meister bekommt man gesagt, wie es zu gehen hat. Hingegen muss man beim Gestalter einiges an Eigeninitiative leisten. 5. Was ist aus beruflicher Sicht das Wichtigste, das Sie aus der Ausbildung zur Gestalterin mitnehmen? B. Rößling: Beruflich gesehen hat mir das zusätzliche Jahr zur Gestalterin viel gebracht. Durch die ständigen Präsentationen ist man im Auftritt sicherer geworden. Auch die technologischen Zusammenhänge sind für mich hier erst richtig ersichtlich geworden. Besonders das selbstständige Arbeiten und Ausarbeiten von Aufträgen/Objekten wurde geschult, so dass man dies auch im beruflichen Werdegang mit einsetzen kann. 6. Was ist aus privater Sicht das Wichtigste, das Sie aus der Ausbildung zur Gestalterin mitnehmen? B. Rößling: Privat gesehen weiß ich, dass ich, wenn ich etwas anfange, dieses auch durchziehe, egal ob eine Durststrecke dazwischen liegt oder nicht. Ich weiß was ich geleistet habe und ich weiß auch, dass ich mich IMMer auf meinen Partner verlassen kann. Ich nehme auch einfach mehr Lebenserfahrung mit. Denn wohl nicht jede Schule kann den Schüler so schulen wie hier. Zusätzlich gehe ich mit mehr Selbstsicherheit in die Welt hinaus. 7. Welchen Nutzen sehen Sie für Ihren zukünftigen Lebensweg? B. Rößling: Mehr Offenheit gegenüber den anderen Menschen. Dadurch kann ich erhobenen Hauptes auf die Menschen zu gehen und auch meinen Standpunkt deutlich erklären und rüberbringen. Zusätzlich bekommt man fachtheoretische und fachpraktische Einblicke in andere Farb-Berufe (Fahrzeuglackierer, Schilder- und Lichtreklamehersteller), die man sonst nicht hätte mit bekommen und die man dann in die kommende Lebenswelt mit einbringen kann. 8. Wie sehen Sie im Rückblick Ihre Zeit an der bamala in Lahr? B. Rößling: Die Lahrer Zeit wird mir sehr fehlen, denn an der Bamala ist es wie in einer kleinen Familie. Selbst die Schüler dürfen hier die großen Maschinen selbstständig bedienen, was es sehr interessant machte. Zudem haben die Lehrer IMMer zu einem gehalten und auch ermutigt, wenn es mal nicht so gut lief. Manchmal gab es auch Menschen mit wenig ermutigenden Aussagen. Manche haben mir im Vorfeld wegen der häuslichen Versorgung meiner beiden kleinen Kinder nur geringe Chancen zum Bestehen zugetraut. Deswegen hat mich der Ehrgeiz gepackt und ich wollte es aller Welt beweisen: man kann  auch mit Kindern und als Frau eine Weiterbildung zur Meisterin und Gestalterin bestehen!  Die Betreuung und Weiterbildung zur Staatlich geprüften Gestalterin brachte mir dann die Unterstützung, die ich mir gewünscht habe. Ein Fahrzeuglackierer über den Historismus. Tobias Hoppe im Interview 1. Warum haben Sie die Epoche Historismus ausgewählt? T. Hoppe: Die meiner Meinung nach spannendste, schnelllebigste und erfindungsreichste Stilepoche war der Historismus. Es wurden sämtliche Baustile wiederentdeckt und miteinander gemischt. Man merkte, dass die Vielfältigkeit und die Möglichkeiten, die sich dahinter verbergen, gigantisch sind. In dieser Zeit wurden viele sehr große Dinge in Sachen Mobilität erfunden: die elektrische Straßenbahn, das Flugzeug und das Automobil, um nur einige zu nennen. Hier stand für mich als Fahrzeuglackierer fest, dass nur diese Stilepoche die meiner Wahl sein konnte. 2. Was war bei der Gestalterarbeit eine besondere Herausforderung? T. Hoppe: Die besondere Herausforderung in der Gestalterarbeit lag ganz klar in der Selbstorganisation aller Aufgaben. Man hat viel größere Möglichkeiten sich selbst zu organisieren und damit auch zu planen. Das ist im Vergleich zur Meisterausbildung, bei der IMMer ganz klar vorgegeben war was zu tun ist, eine große Herausforderung. Diese Herausforderung habe ich dann aber auch als Möglichkeit nutzen können, mich auf den späteren Arbeitsalltag vorzubereiten. 3. Sie haben auch einen Abschluss als Fahrzeuglackierer-Meister gemacht. Was war dort die größte Herausforderung? T. Hoppe: Für mich lag eine besondere Herausforderung in der Organisation und Vorbereitung meines praktischen Meisterstücks, da ich zu diesem Zeitpunkt nirgends mehr angestellt war. Das Beschaffen eines passenden Fahrzeugs, die Vorarbeiten die dort anfielen, sowie auch die Hin- und Rückbringung waren besondere Herausforderungen. Nachdem diese bewältigt wurden, war die Freude über das erfolgreiche und erstklassige Bestehen umso größer. 4. Was war der größte Stolperstein, den Sie überwinden mussten? T. Hoppe: Eindeutig die Zeit. Wir hatten IMMer sehr viel zu tun. Das was von uns selber geplant und organisiert werden musste. Das fiel mir anfangs ziemlich schwer. Im Gesellenleben bekommt man alles gesagt was zu tun ist, doch hier ist das genau anders herum. Insofern man noch nicht viel mit Selbstorganisation zu tun hatte, ist dies eine besondere Aufgabe, die aber für jeden mit dem richtigen Elan zu bewältigen und auch zu meistern ist. 5. Was ist aus beruflicher Sicht das Wichtigste, das Sie aus der Ausbildung zum Gestalter mitnehmen? T. Hoppe: Hier ist für mich der wichtigste Punkt einen anderen Blick auf die Dinge bekommen zu haben. Lösungswege selbst erarbeiten zu können und scheinbar aussichtslose Situationen doch noch retten zu können, ist für mich sehr hilfreich. Ich konnte hier sehr viele neue Techniken, Kniffe und Tricks mitnehmen, die mir in der Arbeitswelt sehr von Nutzen sein werden. 6. Was ist aus privater Sicht das Wichtigste, das Sie aus der Ausbildung zum Gestalter mitnehmen? T. Hoppe: Durch die 2-jährige Ausbildung zum Staatlich geprüften Gestalter konnte ich viele unterschiedliche  Persönlichkeiten kennen lernen. Jeder Mensch hat andere Charaktereigenschaften. Ich kann von hier sehr viel über den Umgang mit verschiedenen Menschen und auch Gruppen mitnehmen, was in der Arbeitswelt aber natürlich auch im Privatleben von großem Vorteil ist. Organisation, Umgang mit schwierigen Personen und auch die Fähigkeit, Menschen besser „lesen“ zu können, wird mich im Leben weiter bringen.  7. Welchen Nutzen sehen Sie für Ihren zukünftigen Lebensweg? T. Hoppe: Durch die Meisterausbildung in Kombination mit der Ausbildung zum Staatlich geprüften Gestalter sehe ich sehr viele Möglichkeiten. Durch die neuen Blickwinkel: einerseits als Handwerker mit technischem Blick und andererseits als Gestalter mit gestalterischem, ästhetischem Blick, kann ich als Bindeglied zwischen Grafikern, Gestaltern und den ausführenden Handwerkern arbeiten. Gestalter verstehen meist wenig von der Umsetzung und Handwerker meist wenig von der Gestaltung und ich habe jetzt den Blick für beide Bereiche.  8. Wie sehen Sie im Rückblick Ihre Zeit an der bamala in Lahr? T. Hoppe: Durch meine zweijährige Fachschulzeit hier in Lahr konnte ich über mich selbst hinauswachsen, viele Erfahrungen sammeln und mein Selbstbewusstsein stärken. Ich konnte nochmal viele technische und organisatorische Dinge lernen. Das Spannendste war für mich der Umgang mit unterschiedlichen Menschen oder unterschiedlichen Teams mit verschiedenen Charakteren. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Fachschülern und Lehrkräften sowie deren Hilfe, wenn IMMer dies möglich und nötig war, war eine sehr große Unterstützung, die in dieser Art wohl einzigartig ist.   Die Ausstellung ist noch bis April 2018 zu bewundern. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Malerfachschule. Text: Michael Schulte Höping (Leitung Fachschule für Gestaltung Lahr) überarbeitet von der Redaktion der Mappe Fotos: Susanne Hofmann, Heiko Franke
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Foto: manuta/Adobe Stock
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