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Foto: Joanna Kosinska/unsplash

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Das geschieht, wenn er beim Lesen Ihres Angebots den Duft der Blüten riecht, wenn er das Blattwerk rascheln hört, wenn er zu spüren glaubt, wie ihm der Stamm den Rücken stärkt. Dann haben Sie Szenen vor seinem geistigen Auge entstehen lassen, die ihn emotional berühren. Ein ähnlicher Effekt lässt sich mit Sprachbildern und Analogien erreichen. Doch das ist schon die Hohe Schule des Schreibens. In diesem Artikel beschränken wir uns auf drei einfache Stilregeln, die Sie in der Praxis sofort umsetzen können.
1. Wortmüll streichen, Langeweile vermeiden
Ein lebendiger Text verzichtet auf Phrasen und umständliche Formulierungen. Der Sprachkritiker Ernst A. Rauter bringt auf den Punkt, warum jede gestrichene Floskel ein Gewinn für unsere Texte ist: „Alles Überflüssige senkt die Aufmerksamkeit.“ Je kürzer und prägnanter unsere Briefe sind, desto eher dringen wir zum Empfänger durch. Dass die Blähsprache auch in Silben daherkommt, zeigt die „Zielsetzung“, die sich ohne Bedeutungsverlust auf „Ziel“ reduzieren lässt. Dadurch sparen wir zwei Silben. Anfällig für Wortmüll ist vor allem der Briefeinstieg. Wie oft verursachen Floskeln wie „Hiermit möchte ich Ihnen mitteilen“, „haben wir zur Kenntnis genommen“ oder „bezugnehmend auf Ihr Schreiben vom“ schon am Anfang Langeweile? Wenn das passiert, ist der Leser für den Rest des Briefs verloren.
 2. Adjektive bedacht wählen
Auch der unnötige Gebrauch von Adjektiven trägt zu Wortmüll bei. Sprechen Sie die Sinne Ihrer Kunden wirklich an, wenn Sie von „schönen Farben“ schreiben? Oder ist das Eigenschaftswort in diesem Fall unnütz, weil Farben per se schön sind? Unter einer „warmen“ Farbe zum Beispiel können wir uns mehr vorstellen. Hier löst das Adjektiv ein Gefühl aus, das wir auf der Haut unmittelbar spüren. Das heißt, dass wir Adjektive nur brauchen, wenn sie unterscheiden (die rote, nicht die gelbe Wand) oder wenn wir ein Gefühl ausdrücken: „Dieser Raum macht mich aggressiv“. Solange das Adjektiv nichts sagt, was uns dichter an ein Ding oder Gefühl heranführt, ist es bloß Redeschmuck.
3. Kraftvolle Verben benutzen
Auch das Verb ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits gilt es als kraftvollste Wortart der deutschen Sprache. Andererseits lässt sich auch damit Unfug treiben, zum Beispiel wenn wir im Passiv schreiben (wird überstrichen). Kraftvoller wirkt das Verb in seiner aktiven Form (überstreichen wir). Problematisch ist zudem der Konjunktiv (würde ich vorschlagen). Viele empfinden die Möglichkeitsform als höflicher. Doch führt diese auch dazu, dass wir uns und unsere Absicht in Frage stellen. Unsere Geschäftspartner nehmen uns dadurch weniger ernst. Dynamik bringen wir mit aktiven Verben ins Spiel. Doch selbst in dieser Form ist nicht alles Gold, was glänzt. Was lösen Verben wie „evaluieren, eruieren, verifizieren“ in Ihnen aus? Stört Sie etwas? Verben, die auf „-ieren““enden, haftet ein technokratischer Beigeschmack an. Auf der sicheren Seite sind wir immer dann, wenn wir uns bei der Auswahl eines Verbs ein Beispiel an den großen Dichtern nehmen. So wie bei Schiller: „Balken krachen, Pfosten stürzen, Fenster klirren …“ Hören Sie den Unterschied? Durch den Verzicht auf Phrasen aller Art, den sparsamen Einsatz von Adjektiven und das Bevorzugen kraftvoller Verben bringen wir mehr Leben in unsere Korrespondenz. Mit dem Effekt, dass die Empfänger diese aufmerksamer lesen.
Praxistipp: Wörterfasten
So geht’s: Nehmen Sie sich täglich eine E-Mail vor, aus der sie jedes unnötige Wort (auch Silben) streichen. Arbeiten Sie zu zweit im Büro, macht das noch mehr Spaß. Tauschen Sie Ihre E-Mails untereinander aus. Gewonnen hat, wer die meisten überflüssigen Wörter bzw. Silben findet.   Sylke Schröder Die Autorin ist Diplom-Bankbetriebswirtin (ADG). Bis 2014 war sie Kommunikationsvorstand der Ethikbank. In ihren 23 „Bankjahren“ hat sie einen großen Erfahrungsschatz in der Unternehmenskommunikation zusammengetragen, mit dem sie seit 2015 das BriefStudio betreibt. Kontakt: www.briefstudio.de
Weitere Informationen für Führungskräfte in Handwerksbetrieben und Fach-Know-how von Experten für Experten gibt es in der aktuellen Ausgabe der Mappe: www.mappe.de/shop
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Besser steuern mit Übersicht
Die Auftragsbücher sind voll, es läuft, aber irgendwie nicht rund. Sie merken das, haben aber keine Zeit, Organisation und Steuerung des Betriebs zu justieren, damit das Ergebnis für alle stIMMt. So wie vielen erging es dem Malergeschäft Rinderspacher, bis es ein System zur Steuerung des Betriebs ausprobierte. Bis heute setzt es der Betrieb erfolgreich ein. [tttgallery id="1349"] Lara und Matthias Droll hatten ursprünglich nichts mit dem Malerhandwerk zu tun, bis auf die Tatsache, dass Lara Droll im elterlichen Betrieb aufgewachsen ist. Beim Studium der Betriebswirtschaftlehre lernte sie ihren späteren Ehemann Mathias kennen. Während er nach dem Studium als Vorstandsassistent bei einem Pharmagroßhändler arbeitete, zog es Lara Droll nach Praktika bei Unternehmen wie Bosch und SAP zurück in die Heimat nach Bretten-Neibsheim. Sie stieg ins elterliche Unternehmen ein. Schnell war klar, ein 30-Mann Betrieb lässt sich nicht alleine führen. Lara Droll war auf der Suche nach einem Betriebsleiter und konnte am Ende auch ihren Ehemann fürs Malerhandwerk begeistern. Der promovierte Betriebswirtschaftler wurde umfassend auf der Baustelle ausgebildet und absolvierte gemeinsam mit Lara Droll die Gesellenprüfung. [tttgallery id="1350"] Wachsende Unzufriedenheit Mit all ihrem theoretischen Wissen wollten sie nun den Betrieb führen. Die Voraussetzungen waren nicht schlecht. Das Ehepaar Droll übernahm das operative Geschäft, während Senior Lothar Rinderspacher weiterhin mit seiner enormen Erfahrung unterstützte. Während betriebswirtschaftliche und finanzielle Themen leicht von der Hand gingen, kam es in der Auftragsabwicklung zunehmend zu Komplikationen. Es gab zu viele Aufträge, die Übersicht ging verloren. Mitarbeiter und Kunden wurden zunehmend unzufriedener. Mathias Droll erkannte: »Unser Betrieb lief nicht mehr optimal. Es gab drei Chefs und keine klaren Zuständigkeiten. Das Chaos war vorprogrammiert.« IMMer mehr kristallisierte sich heraus, dass der Betrieb eine Antwort auf die Kernfrage brauchte, wie die Aufträge am besten abgewickelt werden können. » Es fehlte Transparenz und eine Art Fahrplan für die gesamte Ablauforganisation. Wir mussten neue Strukturen schaffen, um allen die nötige Übersicht über Auftragsvolumen und Kapazitäten zu geben«, berichtet Mathias Droll. Die Suche nach einer Lösung Lara und Mathias Droll war klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Lara Droll erinnert sich: »Es musste sich etwas ändern, aber wir hatten einfach keine Zeit dafür.« Auf der Suche nach einer Lösung machte Mathias Droll, der sich im Vorstand der Malerinnung Karlsruhe engagiert, Bekanntschaft mit Peter Kübel. Dieser hat das Managementsystem SBAA® zur Steuerung der betrieblichen Abläufe entwickelt. Es visualisiert und strukturiert die Abläufe eines Auftrags von der Anfrage bis zum Auftragsende mit allen Terminen und Prioritäten, mit Arbeitsverteilung, Zuständigen, und Auslastung der Mitarbeiter. [tttgallery id="1352"] »Das System setzt da an, wo es unternehmerisch schwierig wird: Beim Erstellen und Umsetzen eines Fahrplans.« Peter Kübel SBAA Erfinder Peter Kübel erläutert: »Das System setzt da an, wo es unternehmerisch schwierig wird: Beim Erstellen und Umsetzen eines Fahrplans. Die Umsetzung beginnt mit der Verbesserung im Kern des Betriebs, in dem allen Mitarbeitern Verantwortung übertragen und Übersicht über den Auftrag verschafft wird. Die Führungsebene bzw. der Chef wird vom Tagesgeschäft entlastet und bekommt so mehr Zeit, um sich um die strategische Weiterentwicklung zu kümmern.« Am Unternehmen arbeiten Genau das brauchten Lara und Mathias Droll. So war nach dem ersten Gespräch bereits klar, dass man den Betrieb gemeinsam nach vorne entwickeln wollte. In der Zeit danach folgten mehrere Termine, bei denen Peter Kübel mit dem Ehepaar und wichtigen Mitarbeitern gemeinsam bestIMMte Unternehmensziele denierte und den Fahrplan mit den für jeden Auftrag einzelnen Schritten ausarbeitete. Außerdem wurden die weiteren Werkzeuge des Systems, der Kapazitätsplaner und die Steuerungstaschen, den Bedürfnissen des Betriebs angepasst und zu einem bestIMMten Zeitpunkt die Aufträge eingetaktet, ab dem live mit dem System gearbeitet werden konnte. In der Anfangszeit half Peter Kübel, das Zusammenspiel der Beteiligten und die Arbeit mit dem System in Schwung zu bringen und einzuüben. [tttgallery id="1351" template="default"] Bis heute begleitet Peter Kübel Lara und Mathias Droll in regelmäßigen Abständen, justiert den Fahrplan nach und coacht das Ehepaar bei der Entwicklung des Betriebs. Wie lautet ihr Fazit? »Das Team ist motiviert, weil jeder Mitarbeiter Verantwortung trägt, über Abläufe und Termine informiert ist und zu jedem Zeitpunkt Rückfragen zum Auftrag beantworten kann«, freut sich Lara Droll. Und ihr Mann ergänzt: »Ein ganz wichtiger Effekt, seitdem wir das SBAA®-System einsetzen: Wir können jetzt viel mehr am Unternehmen arbeiten«, freut sich Mathias Droll. Informationen zum SBAA®-System per E-Mail an info@sbaa.eu oder im Internet: www.sbaa.eu. Mehr Know-how für Fachverarbeiter und aktuelle Branchennews gibt es in der Märzausgabe der Mappe: Mappe 03/2019
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Foto: manuta/Adobe Stock
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