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Grafik: Ausbildung.de

Der azubi.report 2021: Die Corona-Krise und ihre Folgen für Azubis. Foto: Ausbildung.de

„Freiheit, Selbstverwirklichung, große Träume – Auszubildende haben berechtigterweise hohe Erwartungen an die Zukunft. Der azubi.report 2021 zeigt, die Wunschvorstellungen werden bescheidener und weichen Angst und Ungewissheit,“ erklärt Felix von Zittwitz, Geschäftsführer von Ausbildung.de und Herausgeber des azubi.reports. „Nur elf Prozent wünschen sich, in Zukunft für ihr Unternehmen zu arbeiten, aber wir können diese Unzufriedenheit mit der Ausbildung nicht ausschließlich auf die Krise abwälzen. Das scheint ein langfristiges Problem zu werden, wie wir beim Vergleich über die Jahre feststellen.“ Für 47 Prozent ist das Bedürfnis nach Sicherheit im Job seit Ausbruch der Pandemie gewachsen. Frei und ortsungebunden arbeiten zu können, ist dagegen nur für 22 Prozent wichtig. Gerade die Auszubildenden, die kurz vor dem Abschluss stehen, scheinen besonders verunsichert zu sein. So schätzen 20 Prozent der Auszubildenden im dritten Ausbildungsjahr und 29 Prozent der Auszubildenden im vierten Ausbildungsjahr ihre Übernahmechancen als schlechter ein. Besorgniserregend ist die fehlende Bindung der Azubis zu ihrem Arbeitgeber. Aufgrund von ausfallendem Berufsschulunterricht befürchtet jeder dritte, die Prüfungen nicht bewältigen zu können.
Der Report legt dabei offen: Mit zunehmender Betriebszugehörigkeit sinkt die Zufriedenheit und die Angst wächst, nicht übernommen zu werden: So sind insgesamt nur noch 59 Prozent zufrieden mit ihrer Ausbildung – gegenüber der Vorgänger-Studie im Jahre 2019 ein Rückgang um sechs Prozentpunkte. Alarmierend: Je länger die Auszubildenden dabei sind, desto weniger glücklich zeigen sie sich im Job. Während zu Beginn der Ausbildung noch 68 Prozent der Auszubildenden zufrieden sind, liegt der Wert im vierten Ausbildungsjahr nur noch bei 42 Prozent.
Mangelnder Respekt und fehlende Unterstützung
Die Gründe dafür sind vielfältig. Insbesondere beim Thema Respekt und Betreuung lassen sich Schwachstellen erkennen. Geben im ersten Jahr acht Prozent der Auszubildenden an, keinen ausreichenden Respekt für ihre geleistete Arbeit zu bekommen, sind es im vierten Jahr 26 Prozent. Ebenso nimmt das Gefühl, ausreichend Unterstützung zu erhalten, mit jedem Ausbildungsjahr ab: Im ersten Lehrjahr geben das 68 Prozent an. Dem stimmen nur noch 42 Prozent im vierten Lehrjahr zu. Die Folge: Die Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit sinkt von 76 Prozent im ersten Jahr auf 47 Prozent im vierten Jahr. Zugleich wächst die Angst, nach der Ausbildung ohne Job dazustehen. So schätzen 20 Prozent der Azubis im dritten Jahr und 29 Prozent im vierten Jahr ihre Übernahmechancen als schlechter ein.
Unternehmen halten durchaus an den Azubis fest und wollen gemeinsam mit ihnen durch die Krise gehen, schaffen es aber dennoch nicht, sie über die ganze Ausbildungsdauer zufriedenzustellen. Dabei finden Ausbildungssuchende so leicht wie nie einen Ausbildungsplatz: Unternehmen sind gut aufgestellt und haben Einstellungsprozesse optimiert. Die Anzahl an Bewerbungen, die notwendig sind, um eine Stelle zu finden, nimmt ab. Für die Hälfte der Suchenden waren weniger als fünf Bewerbungen notwendig. Auch die Zeit des Bewerbungsprozesses verringert sich: Lag die durchschnittliche Dauer des Prozesses vom Absenden der Bewerbung bis zur Zusage 2018 im Schnitt noch bei zwölf Wochen, so haben 45 Prozent der Ausbildungssuchenden heute bereits in weniger als vier Wochen die Zusage in der Tasche. Die Unternehmen, die schnell, transparent und direkt agieren, sind in der aktuellen Situation im Vorteil.
Höhere Konkurrenz und Verlust an Bewerber/innen
Unternehmen müssen sich einem starken Konkurrenzdruck stellen, denn ein schneller Bewerbungsprozess führt zum Erfolg. Fast jede/r Dritte der Befragten gibt an, dem schnellsten Unternehmen den Zuspruch zu geben. Jede/r Zweite hat sich umentschieden oder den Prozess bei einem Unternehmen vorzeitig abgebrochen, weil andere Unternehmen schneller waren oder bessere Konditionen anbieten konnten. Doch sind es auch technische Hürden, an denen Auszubildende scheitern. Jede/r zweite Azubi gibt an, bereits eine Online-Bewerbung abgebrochen zu haben. So fanden 19 Prozent die Online-Bewerbung zu kompliziert, 18 Prozent konnten ihre Unterlagen nicht hochladen, 12 Prozent hatten Probleme bei der Registrierung. Unternehmen verlieren so Bewerber/innen, ohne dies überhaupt zu bemerken.
„Unsere Handlungsempfehlungen an Unternehmen und Berufsschulen sind klar: Bietet Perspektiven, kommuniziert klar und transparent und zeigt Wertschätzung für die geleistete Arbeit, um junge Menschen zu motivieren und Frustrationen aufzufangen,“ bilanziert von Zittwitz. „Jetzt ist es wichtig, gemeinsame Erlebnisse zu schaffen, zunächst digital, um später wieder in der realen Welt noch stärker auf Kollaboration und Teamgeist zu setzen. Wir raten Unternehmen auch, Quer- und Späteinstiege zu ermöglichen, digitale Praktika durchzuführen und nicht starr an Fristen festzuhalten. Uns als Gesellschaft muss es gelingen, eine Generation Corona zu verhindern und ihnen starke und attraktive Perspektiven aufzuzeigen.“
Der azubi.report 2021 ist ab sofort kostenlos unter www.ausbildung.de/azubireport-2021 erhältlich.
Quelle: Ausbildung.de / Delia Roscher

Bahnbrechende Kunst
Die 1989 gebaute Station Ostendstraße mit ihren zwei jeweils 247 Meter langen Bahnsteigen erstrahlt in neuem Glanz. Das neue Erscheinungsbild beeindruckt: »Laufende Hände« in der Grundfarbe Grün schmücken seit Sommer 2016 die Tunnelwände der Station. Die Hände stehen dabei für Bewegung und Kraft und passen sich in ihrer Gestaltung der Fahrtrichtung an. Das Motiv ist ein Markenzeichen des ausführenden Künstlers und Diplom-Restaurators Andreas von Chrzanowski, der die Symbole bereits in mehreren Metropolen verewigt hat und als Graffiti-Künstler unter dem Namen »Case Maclaim» bekannt ist. Aufgrund mehrerer erfolgreicher Projekte in der Vergangenheit wurde dem Künstler bei der Gestaltung des S-Bahnhofs Ostendstraße freie Hand gewährt. Unter dem Pseudonym »Does« arbeitet von Chrzanowski mit seiner Frau und einem niederländischen Künstler zusammen.  [tttgallery template="content-slider"] Mit dem Kompressor auf den S-Bahn-Schienen Bevor die Künstler zur Tat schreiten konnten, mussten umfangreiche Vorarbeiten geleistet werden. Die speziellen Bedingungen im Untergrund stellten die ausführenden Gewerke vor einige Herausforderungen. Die mit Bremsstaub verschmutzten Wände konnten beispielsweise nicht wie üblich mit einem Dampfstrahler gereinigt werden, da das Abwasser nur schwer hätte beseitigt werden können – daher griff man auf Trockeneis zurück. Dafür musste ein 1,5 Tonnen schwerer Kompressor in die Station geschafft werden. Nach der Reinigung grundierten Mitarbeiter der Frankfurter Firma Eisele Baudekoration die Flächen mit einem Primer, um die beiden Tunnelröhren schließlich mit der Universalfarbe Amphibolin deckend zu beschichten. Anschließend brachten die Street-Art-Künstler hinter »Does« mit dem kratz- und stoßfesten Polyurethan-Acryllack Capacryl PU-Satin erste Muster auf. Normalerweise arbeitet Andreas von Chrzanowski direkt mit der Spraydose und sprüht seine Kunstwerke auf die Wand. Das hätte bei der großen Fläche der Tunnelwände allerdings zu zu lange gedauert, sodass er die Motive an die Wand projizierte. Ein Assistent zeichnete sie nach und trug eine erste Farbschicht auf. Den Feinschliff nahm Andreas von Chrzanowski mit der Spraydose vor. Hände in Überdimension Insgesamt wurde eine Fläche von 6.600 Quadratmeter künstlerisch gestaltet, auf der rund 60 »laufende Hände« zu sehen sind. Dabei wurden mehr als 1000 Liter Farbe und zwei Paletten Sprühfarbe für die Graffiti-Muster verwendet. An das Projekt stellte die DB höchste Produktqualität gefordert: »Das hieß für die Wandflächen in der S-Bahn-Station Ostendstraße ganz spezielle Beschichtungen vorzusehen«, so Caparol-Fachmann Philipp Burger. »Sie mussten emissionsminimiert, lösemittelfrei und damit für Gesundheit und Umwelt unbedenklich sein. Im Sinne der Nachhaltigkeit waren zudem ein hohes Maß an Verschmutzungsresistenz und Widerstandsfähigkeit gefordert«, ergänzt der Leiter des DAW-Objektmanagements Maic Auschrat. Das Projekt war für alle beteiligten Gewerke außergewöhnlich. Gerade die Mitarbeiter der Firma Eisele Baudekoration waren gefordert, die umfangreichen Malerarbeiten fristgerecht innerhalb kürzester Zeit durchzuführen. Um eine schnelle Umsetzung zu gewährleisten wurde der S-Bahn-Tunnel knapp sechs Wochen gesperrt. So konnten die Handwerker ganztägig und zum Teil sogar nachts tätig werden. Heute können täglich fast 30.000 Fahrgäste der Ostendstraße das Gesamtkunstwerk beim Warten auf ihren Zug erleben. DB-Projektleiterin Friederike Hrycak freut sich über die vielen positiven StIMMen zum frischen Erscheinungsbild.   Bautafel Objekt: S-Bahnstation Ostendstraße, Uhlandstraße 57, 60314 Frankfurt/Main Bauherr: DB Station und Service, Weilburger Str. 22, 60326 Frankfurt/Main Architekt: Friederike Hrycak, Deutsche Bahn Handwerker: Eisele Baudekoration GmbH, Eichenstraße 66, 65933 Frankfurt/Main, Bauleitung Oliver Ott Künstlerische Gestaltung: »Case Maclaim«, Andreas von Chzarnowski Caparol-Außendienst: Philipp Burger Ausführung: Sommer 2016 Produkte: Disbon 481, Amphibolin, Capacryl PU-Satin   Fotos: Andreas von Chrzanowski
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Foto: manuta/Adobe Stock
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