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Foto: Caparol Farben Lacke Bautenschutz

»Raus aus den Rollen: Spricht hier der Vater zum Sohn oder der Noch-Inhaber mit dem Geschäftsführer?« Nachfolgeexperte Nils Koerber bei einem wichtigen Thema rund um das Thema Konflikte. Foto: Caparol Farben Lacke Bautenschutz

Die Auftaktveranstaltung zu dieser seminarreihe der Caparol Akademie fand am 27./28. Oktober im Tagungszentrum des Unternehmens in Forst statt. Elf Firmen, jeweils mit beiden Generationen vertreten, informierten sich darüber, wie sich Stolperfallen vermeiden lassen und welche Schritte für eine erfolgreiche Übergabe notwendig sind.
Malermeister Jörg Held, Inhaber und Geschäftsführer der Steuernagel und Lampert GmbH, zeigte auf, wie aus der Unternehmensnachfolge tragfähige -erfolge werden konnten. Dazu zähle vor allem, „dass früh geklärt sein muss, wer wirklich das Sagen im Unternehmen hat und dass klare Schritte und Phasen definiert sein müssen. Für Mitarbeiter und Kunden ist es immens wichtig zu wissen, wer welche Verantwortung trägt. Konflikte“, erklärt Jörg Held, „gehören dazu, sie müssen benannt und konsequent gelöst werden.“
Eingeladen war auch Nils Koerber, Experte für Unternehmensnachfolgen, der zum Beispiel darauf verwies, dass eine Abfolge von drei Phasen wesentlich für eine gelingende Übergabe sei. Zuerst müsse eine innere Klärung stattfinden: „Die Seniorgeneration muss sich fragen: Was ist mein Plan nach der Übergabe? Was sind meine neuen Perspektiven? Wie lautet meine konkrete Zeitplanung? Nur wenn das tatsächlich geklärt ist, gelingt auch das Loslassen. Die Juniorgeneration muss für sich klären, ob die Nachfolge wirklich ein Herzenswunsch ist. Das Gefühl, den Erwartungen etwa der Eltern genügen zu müssen, ist kein guter Grund“, sagt Nils Koerber. Es folgt „Die Vorbereitung der Firma“. Dabei geht es um die Klärung aller rechtlichen, steuerlichen und formellen Belange des Übergangsprozesses und der vertraglichen Fixierung. Die Vorbereitung der Firma gilt als abgeschlossen, wenn alle Schritte in einem Übergabeplan konkret benannt und transparent festgehalten sind. Dieser Plan ist Voraussetzung für die letzte Phase, der Umsetzung der Nachfolge und die formelle Übertragung von Rechten, Pflichten und Werten.
Auch gegenüber Mitarbeitern und Kunden muss frühzeitig und transparent kommuniziert werden. Andernfalls führen ungeklärte Situation und Nichtwissen zu Spekulationen. Schaden ist vorprogrammiert. Gemeinsame Gesprächsrunden mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten können dem entgegenwirken. Und je konkreter der Plan, desto weniger Verunsicherung gibt es.
Nach dieser Auftaktveranstaltung geht es mit dem Thema Nachfolge weiter. Sechs Workshops der Caparol Akademie vertiefen die wesentlichen Aspekte, um Senior- und Juniorgeneration fit für die Nachfolge zu machen.
Weitere Informationen sowie Anmeldung hier.
Quelle: Caparol / Alexandra Nyseth

Dämmen dient der Gesundheit
Im Viva Forschungspark von Baumit im niederösterreichischen Wopfing werden unterschiedliche Bauweisen und Baustoffe in Echtzeit verglichen. Ziel ist es, Erkenntnisse über ihren Einfluss auf Wohnqualität und Gesundheit zu gewinnen und daraus Produkte für gesundes Wohnen zu entwickeln. Das Thema Wärmedämmung spielt dabei eine wichtige Rolle. [tttgallery] Von der Ferne sieht die Häusersiedlung im niederösterreichischen Wopfing aus wie eine Ferienanlage, idyllisch gelegen am Waldrand. Doch die insgesamt zehn identischen Miniaturhäuser beherbergen keine Urlauber, sondern eine Vielzahl von Mess-Sensoren. »Es gibt wenige wissenschaftlich fundierte Aussagen über das Verhalten einzelner Baustoffe und deren Auswirkung auf das Wohlbefinden«, erläutert Jürgen Lorenz, F&E-Leiter bei Baumit Wopfinger, und führt weiter aus: »Wir bringen verschiedene Fachrichtungen wie Hochbau, Bauphysik und Medizin als interdisziplinäres Team zusammen, simulieren das Nutzerverhalten und werten mit modernster Messtechnik die Zusammenhänge aus.« Dem gesunden Wohnen auf der Spur Gestartet wurde das Projekt 2014. Im Fokus der Untersuchungen an den Forschungshäusern standen folgende Fragen: Wie verhalten sich unterschiedlich miteinander kombinierte Baustoffe unter variierenden Außen- und Innenbedingungen? Wie beeinflussen Baustoffe das Innenklima und die Luftqualität in Innenräumen? Welche Einflüsse lassen sich daraus auf die Behaglichkeit und damit Gesundheit und das Wohlbefinden der Nutzer ableiten? Um diese Fragen detailliert beantworten zu können, mussten die meisten gängigen Bauweisen abgebildet und untersucht werden. Die neun Musterhäuser und ein eigenes, zehntes Messtechnikhaus, in dem die geamte Computertechnik installiert ist, erscheinen optisch baugleich. Der Unterschied liegt verborgen in der Bauweise bzw. dem verbauten Material. So gibt es Häuser in Massivbauweise mit Ziegel (gedämmt und ungedämmt), aus Beton sowie in Holzblockbauweise, ebenso Aufbauten in Leichtbauweise (Holzständerkonstruktion mit Gipskarton). Die Voraussetzung für die Vergleichbarkeit der Messungen bezieht sich auf den U-Wert, der bei allen Wandaufbauten gleich ist, und auf die Anordnung der Häusergruppe, damit diese denselben klimatischen Bedingungen von außen und Nutzerverhalten im Inneren unterliegen. [tttgallery template="content-slider"] Einzigartiges Projekt zur Untersuchung der Wohnqualität Erstmals werden im direkten Vergleich valide Daten zu Raumklima, Luftqualität und Wohlbefinden erhoben und damit neue Erkenntnisse über erprobte Bauweisen mit neuen Baustoffen gewonnen. Um ein möglichst realistisches Nutzerverhalten zu simulieren, wird in den Häusern in regelmäßigen Abständen stoßgelüftet und Wasserdampf produziert. In jedem Haus gibt es 33 Messpunkte, die rund um die Uhr alle 20 Sekunden verschiedenste physikalische Messgrößen erfassen. Neben den Temperaturverläufen in Innen- und Außenwänden und der Feuchtepufferung wurden VOCs, Gerüche, Feinstaub, Schall und Akustik, sowie die Belastung durch Radon oder hochfrequenter magnetischer Strahlungen gemessen und ausgewertet. Neben den Analysen und Bewertungen der Wissenschaftler haben auch ca. 200 Besucher die Möglichkeit bekommen, die Forschungshäuser nach ihrem subjektiven Empfinden zu bewerten. Die Messungen, Analysen und Evaluierungen werden von externen, unabhängigen Forschungseinrichtungen durchgeführt. Die erste Phase des Projektes war für drei Jahre angelegt, im März 2015 begannen die Messungen. In dieser Zeit wurden fünf Millionen Daten gesammelt und ausgewertet. Im Fokus der Untersuchungen standen vor allem die Parameter Temperaturen und Luftfeuchtigkeit. Die Häuser sind alle auf hohem Niveau, was aus den aktuellen bautechnischen Standards resultiert. Dennoch lassen sich Unterschiede, die eindeutig mit den Bauweisen zusammenhängen, erkennen. Die wichtigste Erkenntnis: Bauweisen und Baustoffe haben einen signifikanten Einfluss auf Gesundheit und Wohnqualität. Aus den Ergebnissen konnten die Experten etliche Erkenntnisse ableiten. Wie diese aussehen, lesen Sie im Fokus unserer Juni-Ausgabe der Mappe, die Sie hier abonnieren oder hier als Einzelheft erwerben können. 
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Foto: manuta/Adobe Stock
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