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1. Dezember 2023
Redaktion
Fassadendämmung

Historischer Rückgang

Der Absatz von Wärmedämm-Verbundsystemen ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22,9 Prozent eingebrochen. Was sich im Laufe des Jahres bereits andeutete, hat im dritten Quartal 2023 nochmals an Ausmaß und Geschwindigkeit zugelegt.
Foto: VDPM
Massiver Einbruch der Absatzmengen bei Fassadendämmungen in 2023.

Damit liegt der Wert wiederholt deutlich über dem schon sehr negativen Trend im ersten Quartal mit -17,2 Prozent und den negativen Absatzmengen im zweiten Quartal 2023 mit -13,5 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung drohen spürbare Auswirkungen auf das Erreichen der Klimaneutralität im Gebäudebestand in Deutschland.

Die Zahlen ermittelte die B+L Marktdaten GmbH im Auftrag des Verbands für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM). Die Wissenschaftler sehen auch für die restlichen Wochen des laufenden und die ersten Monate des kommenden Jahres keinerlei Entspannung in diesem Markt. Aktuell deutet alles darauf hin, dass der schwache Wert des 4. Quartals 2022 von 7,289 Mio. m² im Vergleichszeitraum dieses Jahres erneut unterboten wird. Hochgerechnet auf 2023 insgesamt soll das Minus laut B+L bei 18,7 Prozent liegen.

Die Absatzmengen der ersten drei Quartale 2023 im Vergleich zu 2022:

Quartal 1.2023: 5,625 Mio. m² – (1. Quartal 2022: 6,793 Mio. m²)

Quartal 2.2023: 9,236 Mio. m² – (2. Quartal 2022: 10,679 Mio. m²)

Quartal 3.2023: 8,657 Mio. m² – (3. Quartal 2022: 11,223 Mio. m²)

Gleichzeitiger Einbruch

Der Vorstandsvorsitzende des VDPM, Christoph Dorn, stellt fest: „Wir haben einen historischen Absatzeinbruch bei den WDVS-Zahlen zu verzeichnen. Dass dabei erstmalig der Neubau und die energetische Modernisierung gleichzeitig einbrechen, ist besonders alarmierend. Die Ursachen sind – über das ganze Jahr betrachtet – vielfältig: Inflation, hohe Zinsen, Kostensteigerungen beim Material unter anderem durch hohe Energiepreise. Die unsichere und unübersichtliche Fördersituation zählt ebenfalls dazu.“ Aus seiner Sicht ist Wärmedämmung eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche und kosteneffiziente Wärmewende im Gebäudebereich. Trotz der aktuellen Debatte um den Bundeshaushalt bestehe weiterhin ein großer Bedarf an Investitionsanreizen.

Lars Jope, Hauptgeschäftsführer des VDPM, begrüßt die Absicht der Regierung, im Rahmen der Novelle der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) an einer Erhöhung der Fördersumme für die energetische Ertüchtigung der Gebäudefassade festzuhalten. Flankierend betont der VDPM mit dem Start seiner Initiative www.wärme-schützen.de die notwendige Gleichrangigkeit von Wärmeschutz, Heizungstechnik und erneuerbaren Energien. Nur diese Kombination erhöht die Energieeffizienz im Gebäudebestand und ermöglicht das Erreichen der angestrebten Klimaneutralität. Fachhandel und Fachhandwerk finden auf dieser neuen Webseite eine gezielte Unterstützung für die Argumentation beim Hausbesitzer.

Marktanteile der eingesetzten Dämmstoffe

Keine großen Veränderungen gibt es bei den Marktanteilen der in WDVS eingesetzten Dämmstoffe. Die EPS-Menge einschließlich Sockelplatten sinkt laut B+L Prognose 2023 von 19,835 Mio. m² auf 15,781 Mio. m², das entspricht einem Marktanteil von 54,0 Prozent (2022: 55,1 Prozent). Steinwolle (Platten und Lamellen) kommt in diesem Jahr auf 7,544 Mio. m², nach 9,705 Mio. m² im Vorjahr. Der Anteil sinkt auf 25,8 Prozent (2022: 27,0 Prozent). Holzweichfaserplatten liegen bei 4,536 Mio. m², nach 4,789 Mio. m² im Vorjahr; dieses Material konnte allerdings den Marktanteil vergrößern von 13,3 Prozent (2022) auf 15,5 Prozent im laufenden Jahr. Bei den weiteren in WDVS eingesetzten Dämmstoffen (PU, Phenol, XPS) gibt es ebenfalls Rückgänge beim Absatz, aber nahezu keine Abweichungen bei den Markanteilen.

Foto: manuta/Adobe Stock
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