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Foto: Thies Rätzke

GESCHÄFTSFÜHRER DER HER­MANN MA­LER­MEIS­T­ER GMBH, HERR­MANN MA­RA­CKE MIT SEI­NEM AUSZU­BIL­DEN­DEN MOR­TE­ZA SHAHRA­BI FA­RA­HA­NI (FOTO: THIES RÄTZKE)

Flüchtlinge im Betrieb – funktioniert das?
Die Germann Malermeister GmbH aus Hamburg hat elf Auszubildende, darunter sieben mit Fluchterfahrung. Sein erster Azubi wird im nächsten Jahr die Lehre abschließen. Bei der Mitarbeitergewinnung und -betreuung arbeitet der Malerbetrieb um Geschäftsführer Hermann Maracke eng mit der Malerinnung, der Handwerkskammer und der Berufsschule zusammen. Der Ausbilder rät für eine erfolgreiche Integration: „Hierzu gehören natürlich persönliche Gespräche, Zusammenarbeit mit Schule und Innung, motivierende Azubi-Treffen und der enge Kontakt mit den Mitarbeitern.“ Die Handwerksgruppe Philip Mecklenburg, in der auch die Hermann Malermeister GmbH Mitglied ist, hat inzwischen eine Wilkommenslotsin, die sich um die erfolgreiche Integration der jungen Geflüchteten in den Betriebsalltag kümmert. Sie steht in regelmäßigem Austausch mit den Geschäftsführern und Ausbildern.   [tttgallery id=“917″]  
Staat und Länder unterstützen Integration
Die Initiative Neue Qualität der Arbeit von Bund, Ländern, Sozialversichterungsträgern, Gewerkschaften, Stiftungen und Arbeitgebern und gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit uns Soziales hat einen Praxisratgeber zur Integration von Mitarbeitern mit Fluchterfahrung herausgegeben. Die Tipps, die dort vorgestellt werden, wurden von kleinen und mittelständischen Unternehmen in der täglichen Arbeit mit Mitarbeitern mit Fluchterfahrung gesammelt. Download: InArbeit – Praxistipps zur interkulturellen Zusammenarbeit im Betrieb Der Landesverband UnternehmerFrauen im Handwerk Niedersachsen und Bayern e.V. hat ein Vokabelheft für handwerkliche Vokabeln in den Sprachen Englisch, Französisch, Politisch, Arabisch und Farsi herausgegeben. Damit können die wichtigsten Vokabeln für den Betriebsalltag schnell an den neuen Auszubildenden vermittelt werden. Download: Vokabelheft fürs Handwerk   [tttgallery id=“916″]  
Interesse? Hier bekommen Sie noch mehr Unterstützung:
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) haben Ende 2017 gemeinsam die Internetseite erfolgreichintegrieren ins Leben gerufen, um Unternehmen bei der Integration von Geflüchteten besser zu unterstützen. Diese stellt eine Plattform für Unternehmen dar, die sich zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und zu Förderprojekten informierenden möchten. Außerdem gibt es die gebührenfreie Arbeitgeber-Hotline: 0800 4 5555 20. Der Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit bietet Beratung zur Qualifizierung und Beschäftigung, zu Arbeitsmarkt-, Ausbildungs- und Personalthemen und entwickelt individuelle Dienstleistungsangebote. Die gebührenfreie Servicerufnummer für Arbeitgeber lautet 0800 4 5555 20. Infos gibt es auch im Arbeitgeber-Service auf www.arbeitsagentur.de. Auch die Kompetenzteams Migration der jeweiligen Arbeitsagenturen der Bundesländer beantworten Fragen zur Einstellung geflüchteter Menschen, vermittelt BewerberInnen und unterstützt bei allen nötigen Schritten. Weil die wenigsten der jungen Geflüchteten sofort in Ausbildung gehen können, gibt es zahlreiche Vorstufen zur Berufsorientierung. Auf Basis des § 45 SGBIII wurden Sondermaßnahmen initiiert: die Maßnahmen „Perspektiven für Flüchtlinge – PerF“, „Perspektiven für junge Flüchtlinge – PerJuF“ und „Kompetenzfeststellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb“ (KompAS). Die „Willkommenslotsen“ der Kammern stehen Unternehmen bei allen Fragen rund um die betriebliche Integration von Flüchtlingen zur Verfügung. Seit Start des Programms im März 2016 haben die vor allem bei den Kammern angesiedelten Willkommenslotsen rund 11.500 Vermittlungen von Flüchtlingen in Arbeit, Ausbildung oder Praktikum erzielt. Die Willkommenslotsen helfen Unternehmen bei der Besetzung ihrer offenen Ausbildungs- und Arbeitsstellen mit Flüchtlingen. Das sind Asylbewerber/-innen, anerkannte Flüchtlinge mit Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis sowie Geduldete. Sie erarbeiten gemeinsam mit den interessierten Unternehmen ein Azubi- bzw. Mitarbeiteranforderungsprofil. Dabei übernehmen sie auch die Bewerbersuche und treffen für die Unternehmen eine Vorauswahl. Die Unternehmen erhalten dann gezielte Vorschläge zu geeigneten Bewerber/-innen aus dem Kreis der Flüchtlinge. Die Willkommenslotsen beraten Unternehmen auch bei den anschliessenden Formalitäten, beispielsweise zum Abschluss eines Ausbildungsvertrages. Willkommenslotsen sind auf www.kofa.de gelistet. Buchtipp: Anouschka Wasner hat in dem Praxisratgeber „Flüchtlinge im Handwerk integrieren und beschäftigen“ alles wissenswerte zum Thema zusammengestellt.
 
In der Mappe 7/18 haben wir ausführlich über das Thema Integration im Handwerk berichtet. Werfen Sie hier einen Blick in die Juliausgabe.

Foto: manuta/Adobe Stock
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