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Foto: Deutsche Bauchemie

Rohstoffe der Bauchemie-Branche werden auch im kommenden Jahr nicht billiger. Foto: Deutsche Bauchemie

Seit Anfang des Jahres kämpfen Chemie und Bauchemie mit Lieferengpässen bei zahlreichen Rohstoffen und daraus folgend mit stark steigenden Beschaffungskosten. So haben sich die Preise für Melaminharze seit letztem Jahr verdoppelt, die Preise für Acrylsäuren, die ein wesentlicher Rohstoff zur PCE-Herstellung sind, sogar verdreifacht. Der Rohölpreis liegt doppelt so hoch wie noch vor 12 Monaten, der Preis für Rohbenzin, dem wichtigsten Rohstoff der Chemieindustrie insgesamt, ist im Vergleich zum Vorjahr sogar um 62 Prozent auf rund 580 Dollar je Tonne gestiegen.
Im dritten Quartal 2021 hat die Zellstoffindustrie den Verarbeitenden eine Erhöhung der Preise für Lignine um circa 50 Prozent kommuniziert, da Lignine als alternativer Brennstoff neu bewertet wurden. Auch bei Naphthalin sind nie da gewesene Verknappungen und Preiserhöhungen zu verzeichnen.
Rohstoffe und Energie immer teurer
Beispiel Betonzusatzmittel: Die Hersteller haben im Glauben, dass sich die Situation entspannt, in den ersten Monaten dieses Jahres die Kostensteigerungen nur moderat weitergegeben. Nachdem sich die Situation weiterhin zuspitzt und ein Ende der Entwicklungen nicht zu erwarten ist, muss sich die Betonindustrie über alle Rohstoffgruppen bei Betonzusatzmitteln auf signifikante Preiszuschläge einstellen. Neben den Rohstoffpreisen sind in den letzten zwölf Monaten außerdem die Preise für Energie (+400 Prozent), Verpackungen sowie Paletten (+300 Prozent), Transport und Personal deutlich angestiegen.
Eine ähnliche Situation gibt es bei Dichtstoffen. So sind beispielsweise Silikone, Polyurethane und Polysulfide für die weiterverarbeitenden Hersteller nur noch unter erschwerten Umständen zu bekommen und wenn, dann zu extrem hohen Preisen. Beklagt wird vor allem der Mangel an Siliziummetall, dem wichtigsten Rohstoff für Silikonpolymer und Silikonöl. Die massiven Preiszuwächse können die Unternehmen allein nicht auffangen und müssen sie zum Teil an den Markt weitergeben. Dies gilt auch im Bereich der Trockenmörtelhersteller: Hier steigen die Preise für Dispersionspulver und beim Zement; unter anderem wirkt sich die höhere CO2-Abgabe aus, deren schrittweise Erhöhung ja bereits feststeht.
Keine Besserung in Aussicht
Die Branche kämpft daher insgesamt mit einer bisher nicht gekannten Unsicherheit für eine ausreichende Versorgung mit den vorgenannten Rohstoffen. Expert*innen rechnen auch in absehbarer Zukunft nicht mit einer Entspannung auf dem Rohstoffmarkt – der steigende Rohstoffkostenindex deutet eher darauf hin, dass sich die Lage im Jahr 2022 weiter verschärfen wird und die hohen Rohstoffpreise zur neuen Normalität werden.
Quelle: Deutsche Bauchemie e.V. / Delia Roscher

Foto: manuta/Adobe Stock
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