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Kantenflucht

Kantenflucht: Über einer Werkstückkante, z. B. an geschnittenem oder gestanztem Blech bzw. scharfen Holzkanten, bildet sich beim Lackieren im Vergleich zu ebenen Bereichen eine Schicht von nur geringer Dicke aus. Ursache hierfür ist die Oberflächenspannung des noch flüssigen Beschichtungsstoffs, die eine Abnahme der Schichtdicke bewirkt, hier also deren Abrundung über der Kante. Dabei wird flüssiges Lackmaterial zur Seite transportiert, so dass neben der Kante die Lackschicht sogar dicker ist. Diese Erscheinung ist deshalb nachteilig, weil die Kante als exponierte Stelle weniger gut durch die Lackschicht geschützt wird, das Korrosionsrisiko dort also erhöht ist bzw. Rissbildungen bei Holzanstrichen im Außenbereich auftreten.

Generell versucht man daher, einer so entstandenen Schwachstelle durch Brechen der Kanten oder durch einen Kantenschutz entgegen zu wirken. Für z. B. Kanten an Holzfenstern gibt es Vorgaben zur Neigung von geraden Flächen und zum Radius der Kantenrundung. Mit einer Messschablone (siehe Abbildung) lassen sich die Vorgaben überprüfen. Auch eine Erhöhung der Viskosität von Beschichtungsstoffen kann die Kantenflucht reduzieren. Weitere Informationen sind im Merkblatt Nr. 18 „Beschichtungen auf Holz und Holzwerkstoffen im Außenbereich“ des Bundesverbandes Farbe und Sachwertschutz (Frankfurt) verfügbar.

Foto: manuta/Adobe Stock
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