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4. Januar 2024
Delia Constanze Roscher
Robotik

Roboter ist „dritter Arm“

Im Jahr 2021 gründeten Cristian Amaya, David Franke und Philipp Heyne die ConBotics GmbH in Berlin. Sie bezeichnen den Malerroboter als ein „Werkzeug für den Maler“, er soll die Arbeit erleichtern und effizienter gestalten. Mittlerweile besteht das Team aus 15 Robotik-Enthusiasten und hat bereits einige Auszeichnungen gewonnen. Dem Markteintritt 2024 sieht ConBotics positiv entgegen.

Mal ehrlich, was muss ein Maler an Vorwissen mitbringen, um den Malerroboter bedienen zu können?

Cristian Amaya: Tatsächlich nicht viel. Wir haben uns auf drei Punkte fokussiert: Der Roboter muss leicht sein, damit der Maler ihn auf der Baustelle überhaupt einsetzen kann. Er muss transportabel sein, daher besteht er aus modularen Teilen. Und er muss einfach zu bedienen sein. Über ein Tablet zeichnet der Maler einen dimensionslosen Grundriss auf, dann wählt er aus, welche Wände nicht gestrichen werden sollen. Anschließend kann der Roboter am Anfangspunkt positioniert werden und man drückt auf Start. Ab diesem Zeitpunkt fährt er automatisch auf und ab.

Das heißt, der Maler kann die gewonnene Zeit qualitativ nutzen oder muss er den Roboter überwachen?

C. Amaya: Nein, er könnte sich beispielsweise dem nächsten Raum widmen und mit den nötigen Vorbereitungen beginnen. Wie genau der Einsatz im Arbeitsalltag aussehen könnte, wollen wir in nächster Zeit mit einem Pilotprojekt herausfinden. Uns interessiert, ob der Roboter erst am Ende der Arbeiten eingesetzt wird, oder ob er doch parallel läuft.

In einem Experiment haben Sie bereits herausgefunden, dass der Roboter bis zu 20 Prozent weniger Material verbraucht als ein Maler.

C. Amaya: Das stimmt. Auf einer Teststrecke trat ein Maler gegen den Malerroboter mit einem Airless-Gerät an. Wir haben die Farbe gewogen und festgestellt, dass der Roboter 20 Prozent weniger verbraucht hat, da er immer den gleichen Abstand von 30 Zentimetern hält. Der Maler kann das nicht so genau einhalten, da er nicht ganz parallel von oben bis unten sprüht.

Konnte man die Gleichmäßigkeit auch an der Wand sehen?

C. Amaya: Ein gut geschultes Maler-Auge sieht die unterschiedlichen Ergebnisse durchaus. Bei der Wand des Malers sah man, dass der Auftrag viel dicker war. Man sah aber auch, dass der Roboter bei den oberen Kanten noch hätte länger sprühen sollen. Das wird gerade von unserem Entwicklerteam verbessert, damit das Produkt nächstes Jahr reibungslos arbeitet.

Foto: ConBotics
Cristian Amaya Gómez, Geschäftsführer von ConBotics.

Der Roboter verbraucht weniger Material – ist er denn auch schneller als ein Maler?

C. Amaya: Tatsächlich nicht. Zukünftig könnte der Roboter vielleicht die gleiche Geschwindigkeit erreichen. Aktuell schafft er 0,6 Meter pro Sekunde. Im Experiment war der Maler etwa eine Minute schneller als der Roboter.

Welche technischen Voraussetzungen benötigt man für den Malerroboter auf der Baustelle?

C. Amaya: Der Roboter ist akkubetrieben und hält bis zu sechs Stunden. Idealerweise benutzt man zwei Akkus. Dann benötigt man Zugang zu einer normalen Steckdose, um den zweiten Akku aufzuladen. Die Ladezeit beträgt vier Stunden. Außerdem kann der Maler ein handelsübliches Airless-Gerät nutzen, welches an den Roboter angeschlossen wird.

Mit seinen 1,90 m ist der Roboter ziemlich groß, wie kann er transportiert werden?

C. Amaya: Wenn man ihn zerlegt, passt er in einen Kombi. Er ist 60 Zentimeter breit und 80 Zentimeter lang. Somit passt er durch jede Tür und in jeden Aufzug. 1,90 m ist er inklusive Roboterarm.

Ab wann ist der Malerroboter erhältlich?

C. Amaya: Im April 2024 wird unser Markteintritt auf der FAF stattfinden. Dort stellen wir ihn mit unseren Partnern, wie der bito AG, vor und mit ihnen wollen wir ihn auch vertreiben. Unser erster Step wird sein, mit zehn Robotern in Deutschland zu starten, sie zu testen, vorzuführen und in einem Vermietungsmodell anzubieten. Wir planen, ihn an große Malerbetriebe zukünftig auch zu verkaufen.

Foto: manuta/Adobe Stock
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